Teufelsrad auf dem Oktoberfest: Wie Elisabeth Polaczy die Tradition weiterführt

Beleuchtetes Teufelsrad auf dem Oktoberfest bei NachtSeit 1908 gehört das Teufelsrad zum Oktoberfest. Jahr für Jahr sorgt Familie Polaczy dafür, dass sich die älteste Wiesn-Attraktion weiterdreht. © Foto: Stefan Pabst

Es ist eines der ältesten Fahrgeschäfte der Wiesn: Seit 1908 fegen sich die Menschen auf dem Teufelsrad von der Platte. Elisabeth Polaczy führt die traditionsreiche Attraktion mit ihrer Familie weiter – mit viel Arbeit, Beharrlichkeit und einer tiefen Verbundenheit zum Oktoberfest.

Gleich hinter dem Teufelsrad liegt ein kleines Café, an dessen Tisch jeder willkommen ist. „Meine Freunde nennen es das ‚Café umsonst‘ bei der Lisi“, sagt Elisabeth Polaczy. An weiß gedeckten Tischen sitzen hier Schaustellerkollegen, Familienmitglieder, Münchens Ex-OB Dieter Reiter, die Polizei, die Klosterschwestern im Habit und Freunde bei Kaffee und selbst gebackenem Kuchen. Die 80-jährige Münchnerin, meist „Lisi“ genannt, betreibt mit ihren Geschwistern seit 22 Jahren das Teufelsrad. Während das Café fast ein Geheimtreff ist, kennt das Teufelsrad in München fast jeder: diesen Riesenteller aus Holz, eines der ältesten Fahrgeschäfte der Wiesn. 1908 brachte es der Amerikaner Carl Gabriel nach München, über Generationen betrieb es die Familie Feldl. Zuletzt Betty Feldl, „die Grande Dame der Schausteller“, wie Elisabeth Polaczy heute sagt. Nach deren Tod ging es an einen entfernten Verwandten und dann an Polaczys Schwester, die 2004 plötzlich starb. Seitdem führt Elisabeth Polaczy es mit ihrem Bruder, einer weiteren Schwester und ihren Nichten und Neffen.

Die Aufgaben sind vielfältig und verteilen sich über das ganze Jahr. Elisabeth Polaczy, die mit 80 Jahren noch in der Kanzlei ihres Mannes mitarbeitet, kümmert sich beim Teufelsrad um die Büroorganisation, die Verwaltung und das Personal. Rund 20 Mitarbeitende gehören dazu, Polaczys Schwester Christl kocht für das Team und backt für das Café täglich fünf bis sechs Bleche Kuchen. Ihr Bruder übernimmt die Rolle des Sprechers, während Nichten und Neffen überall dort mit anpacken, wo Hilfe gebraucht wird – ein echtes Familienunternehmen.

So ein Geschäft wie das Teufelsrad lässt sich nicht einfach anliefern und ausfahren wie ein modernes Karussell. „Bei den anderen kommen die Lkw mit dem kompletten Fahrgeschäft an, und sie können gleich loslegen. Das geht bei uns nicht. Wir müssen quasi jedes Teil einzeln in die Hand nehmen“, sagt Polaczy. Dahinter steckt ein gewaltiger Logistikapparat: vierzehn Wechselbrücken – so heißen die Transportbehälter auf den Lkw – voller Material sowie etliche Einzelteile, die jedes Jahr zwei Monate lang auseinandergenommen, gestrichen und wieder fitgemacht werden. 

Wie viel Arbeit steckt hinter dem ältesten Fahrgeschäft der Wiesn? Warum war Elisabeth Polaczy einst selbst Münchner Kindl – und was bedeutet ihr das Teufelsrad heute? Die ganze Geschichte lesen Sie im Oktoberfest Magazin 2026. Jetzt im Handel oder direkt hier bestellen.

Noch mehr Wiesn-Tradition: Seit 41 Jahren steht Manfred Schauer beim Schichtl auf der Bühne. Im Interview erzählt er, warum dort noch immer Menschen statt Maschinen die Hauptrolle spielen.

Elisabeth Polaczy vor dem Teufelsrad auf dem Oktoberfest

Seit 2004 führt Elisabeth Polaczy gemeinsam mit ihrer Familie das Teufelsrad. Auf der Wiesn kümmert sie sich um Organisation, Personal und den täglichen Betrieb. © Foto: Privat


Historische Aufnahme des Teufelsrads auf dem Oktoberfest

Der Teufel steckt im Detail: Seit Carl Gabriel das Teufelsrad 1908 nach München brachte, hat sich vieles verändert – die Grundidee ist bis heute dieselbe. © Foto: Privat


Besucher auf der rotierenden Platte des Teufelsrads beim Oktoberfest

Wer hier besteht, gewinnt keine Preise – sondern Respekt. Seit Generationen gehört das Teufelsrad zu den beliebtesten Attraktionen der Wiesn. © Foto: @exithamster