SÜDHERZ auf dem Oktoberfest: Der Sound im Schottenhamel

Band SÜDHERZ auf der Bühne der Festhalle Schottenhamel beim OktoberfestZehn Musiker, ein voller Schottenhamel und ein gemeinsames Ziel: SÜDHERZ will den Gästen einen Abend schenken, der auch nach der Wiesn noch in Erinnerung bleibt. © Foto: K. Kurasch

Wenn beim Oktoberfest im Schottenhamel Tausende Menschen mitsingen, entsteht jene Energie, die einen Wiesn-Abend unvergesslich machen kann. Für den richtigen Sound sorgt SÜDHERZ. Bandleader Michael Waltner erzählt, wie die Band traditionelle Festzeltmusik mit modernen Arrangements verbindet, warum ein Abend musikalische Dramaturgie braucht – und welche Momente selbst nach vielen Jahren auf der Bühne noch Gänsehaut auslösen.

Wenn beim Oktoberfest im Schottenhamel oder beim Starkbierfest am Nockherberg tausende Menschen mitsingen, spürt man eine unglaubliche Energie. Gleichzeitig erinnert mich genau dieser Moment immer daran, worum es mir geht: den Menschen eine gute Zeit zu schenken. Wenn Besucher noch Tage später von einem Abend erzählen und sagen, dass sie für ein paar Stunden ihren Alltag vergessen konnten, dann ist das für mich der größte Erfolg.

Meine Begeisterung für Musik begann sehr früh. Laut meinen Eltern habe ich schon als Kleinkind auf alles draufgehauen, was irgendwie Geräusche machte: Kochtöpfe, Kartons, Pampers-Schachteln – vor mir war nichts sicher. Mit vier Jahren stand mein erstes Schlagzeug unterm Weihnachtsbaum und mit der Einschulung führte mein Weg direkt zum Schlagzeugunterricht im örtlichen Musikverein. Seitdem hat mich die Musik nie mehr losgelassen.

Dass ich einmal auf großen Bühnen stehen würde, hatte ich allerdings nicht bewusst geplant. Mein Papa war semiprofessioneller Musiker, und ich durfte ihn schon als Kind zu Auftritten seiner Tanzband begleiten. Manchmal wurde ich mit meiner kleinen Trommel neben dem Schlagzeuger am Bühnenrand platziert, damit ich erste Bühnenluft schnuppern konnte. Rückblickend waren das sicherlich prägende Momente.

Die Gründung von SÜDHERZ war eine eher spontane Aktion. Als 2022 feststand, dass das Oktoberfest nach der Coronapause wieder stattfinden würde, blieb nur wenig Zeit für die Vorbereitung. Christian Schottenhamel hatte sich damals an meinen Kollegen Max gewandt und der war überzeugt, dass ich das passende Konzept für eine neue Abendband entwickeln könnte. So entstand innerhalb von drei Monaten SÜDHERZ. Unser Sound ist eine Mischung aus Tradition und Moderne: vielseitig, mitreißend und energiegeladen. Wir verbinden klassische Oktoberfestmusik mit modernen Arrangements, aktuellen Hits und einer Lives-show, die auch visuelle Akzente setzt. Es geht uns darum, traditionelle Festzeltmusik weiterzudenken, ohne unsere Wurzeln zu verlieren.

Als bayerischer Musiker ist das Oktoberfest für mich etwas ganz Besonderes. Vor bis zu 10.000 Menschen pro Abend mit der eigenen Band aufzutreten, ist ein echtes Privileg. Die Energie, die von den Gästen im Schottenhamel zurückkommt, macht jeden Abend einzigartig.

Was die Auftritte beim Oktoberfest und beim Starkbierfest am Nockherberg verbindet, ist: Die Erwartungen sind immer hoch. Die Gäste kommen, um einen besonderen Abend zu erleben – und genau diese Energie ist zu spüren. Die Rahmenbedingungen unterscheiden sich jedoch deutlich. Auf dem Oktoberfest spielen wir zweieinhalb Stunden am Stück und mit klaren Lautstärkeregelungen. Dabei arbeiten wir mit einem durchgehenden Spannungsbogen und setzen gezielt Momente zum Durchatmen innerhalb des Sets. Beim Starkbierfest erstreckt sich unser Spiel hingegen über mehrere Stunden und mehrere Slots. Dadurch lassen sich andere dramaturgische Verläufe gestalten.

Die Wiesn-Zeit bedeutet für Körper und Kopf einen echten Ausnahmezustand – vor allem, wenn parallel dazu noch weitere Projekte laufen. Eine gute Vorbereitung ist deshalb entscheidend, vergleichbar mit der Vorbereitung auf einen Wettkampf im Sport. Wichtig sind dabei vor allem Ernährung, ausreichend Schlaf und eine saubere Organisation. Wobei das in der Praxis nicht immer wie gewünscht gelingt.

Michael Waltner, Bandleader und musikalischer Leiter von SÜDHERZ

Michael Waltner ist Mitgründer, musikalischer Leiter und organisatorischer Kopf von SÜDHERZ. Seit mehr als 22 Jahren steht er mit Party- und Oktoberfestbands auf der Bühne. © Foto: Privat

Kreativer Kopf

Michael Waltner, Jahrgang 1984, geboren und aufgewachsen in Bad Hindelang im Oberallgäu. Der gelernte Schreiner ist Mitgründer, musikalischer Leiter und organisatorischer Kopf von SÜDHERZ. Seit über 22 Jahren steht er unter anderem mit verschiedenen Party- und Oktoberfestbands auf der Bühne. Zudem war er beruflich für Unternehmen wie Sony Music und Amazon Music tätig und arbeitete an Projekten mit Roland Kaiser, Helene Fischer, Giovanni Zarrella, Maite Kelly, der EAV und weiteren Künstlern. Mit ihren Auftritten in der Festhalle Schottenhamel auf dem Oktoberfest und beim Starkbierfest am Nockherberg erreicht SÜDHERZ im Raum München jährlich über 250 000 Besucher. Damit zählt die Band zu den präsentesten Live-Acts im süddeutschen Festzeltbereich.

www.suedherz.com
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Schnellfragerunde

Wiesn oder Nockherberg?
Wiesn wegen der kurzen Spielzeit / Nockherberg, da man das Publikum länger begleiten darf und wegen des guten Essens.

Mass Bier oder Starkbier?
Wenn überhaupt, dann Mass Bier. Aber eigentlich nur Wasser und hier und da ein kaltes Spezi während des Auftritts.

Blasmusik oder Rockklassiker?
Oktoberfesthit.

Frühschoppen oder Mitternachtsshow?
Abendshow.

Lautester Moment auf der Bühne?
„Can’t Hold Us“, „Bella Napoli“ und „Angels“.

Welcher Song bringt IMMER Stimmung?
„Skandal im Sperrbezirk“, das „Bobfahrerlied“ und natürlich das „Prosit“.

Volle Festhalle Schottenhamel während eines Auftritts von SÜDHERZ auf dem Oktoberfest

Licht aus, Intro an: Für Michael Waltner gehört der Beginn eines Abends im Schottenhamel zu den besonderen Wiesn-Momenten – wenn Band und Publikum gemeinsam spüren: Jetzt geht’s los. © Foto: K. Kurasch

Mit welchem Song beginnt SÜDHERZ fast jeden Wiesn-Abend? Wie baut man zweieinhalb Stunden Festzeltmusik dramaturgisch auf – und bei welchen Songs wird es im Schottenhamel besonders laut? Die ganze Geschichte lesen Sie im Oktoberfest Magazin 2026. Jetzt im Handel oder direkt hier bestellen.

Die Wiesn kann auch anders klingen: In der Bräurosl zeigen Franziska und Peter Reichert, warum für sie gerade die ruhigeren Stunden am Mittag die besondere Seele des Oktoberfests ausmachen.

Bevor im Schottenhamel die Musik beginnt, fällt hier auch der berühmteste Satz der Wiesn: Wie der Weg zum „O’zapft is!“ aussieht, erzählen wir in „Der Weg zum Anstich“.

Während auf der Bühne der Sound entsteht, beginnt im Festzelt die eigentliche Knochenarbeit: Wiesn-Bedienung Celina Pscherer erzählt von 16 Tagen im Hacker-Festzelt.